Das Internet bietet neue Möglichkeiten und damit auch neue Risiken, wie zum Beispiel Identitätsdiebstahl. Mit den richtigen Sicherheitsmaßnamen kannst du dein Risiko allerdings bedeutend senken. In diesem Artikel erklären wir dir, was man unter Identitätsdiebstahl versteht, wie du dein Risiko senken kannst und wie du richtig reagierst, falls du Cyber-Kriminalität bemerkst.

Um deine Identität online zu stehlen, gibt es in der Cyber-Kriminalität mittlerweile viele Vorgehensweisen.
Die bekannteste Form ist das sogenannte
„Phishing“, bei dem beispielsweise über falsche Webseiten oder E-Mails erreicht wird, dass du deine (Login-)Daten eingibst. Mit denen können sich Andere dann in deinen Konten anmelden und entsprechende Schäden anrichten.
Beim „Pharming“ wird das gleiche Ergebnis erzielt, aber auf eine andere Weise. An deine Daten kommen Kriminelle hier durch Schadprogramme bzw. Malware (z.B. Viren), die dich auf die gefälschten Webseiten weiterleiten – auch bei richtig eingegebener URL.
Auch Social Media ist vor dem Identitätsdiebstahl nicht sicher – im Gegenteil: soziale Medien bieten Internetkriminellen eine neue Möglichkeit, Privatpersonen und ihren Bekannten zu schaden. Über erstellte Fake-Profile werden persönliche Kontakte einer Person kontaktiert und nach ihren persönlichen Daten gefragt. Mit einer Handynummer lassen sich beispielsweise Gutscheine bestellen, die über die Mobilfunkrechnung bezahlt werden.

Cyberkriminalität kommt häufiger vor, als man denkt

In den Medien wird leider nur selten vom Datendiebstahl berichtet, was der Tatsache, dass Internetkriminalität nach wie vor zunimmt, nicht gerecht wird. Die Gründe für die fehlende mediale Präsenz von Datenskandalen kann man darin sehen, dass meistens Privatleuten Opfer werden und sich die Betroffenen schämen, statt die Gefahr öffentlich bekanntzumachen.

Im Jahr 2018 kam es laut polizeilicher Kriminalstatistik zu 87.106 gemeldeten Fällen von Cybercrime im engeren Sinne. Diese Zahl hat sich seit 2015 fast verdoppelt. Man geht allerdings davon aus, dass die Anzahl der wirklich begangenen Cyber-Straftaten deutlich höher ist, da einige Straftaten beim Versuch scheitern, nicht erkannt werden oder nicht angezeigt werden – sei es aus Scham oder Angst vor Rufschädigung oder, weil Geschädigte den Fall durch eine Lösegeldzahlung allein „lösen“.
Cyberstraftaten sollten allerdings immer angezeigt werden – auch, wenn sie nicht erfolgreich waren, da dies sowohl bei der Entwicklung von besseren Schutzmechanismen als auch bei der Feststellung von Tätern hilft (Cybercrime, Bundeslagebild 2018, Seite 5f).

Die wahre Höhe der Schäden lässt sich nur schwer beziffern, da Imageschäden oder der Diebstahl geistigen Eigentums dauerhafte Wirkungen haben. Man kann allerdings davon ausgehen, dass der wirtschaftliche Schaden, der weltweit durch Cyberkriminalität entsteht bei mehreren hundert Milliarden USD-Dollar liegt.

Das kannst du tun, um Datendiebstahl vorbeugen:

Tipp 1: Passwörter:
Klingt einfach und ist es auch. Jeder weiß mittlerweile, dass ein gutes Passwort neben Groß- und Kleinbuchstaben auch Ziffern und Sonderzeichen beinhalten sollte und mindestens 8 Zeichen lang sein sollte. Auch wenn es umständlich ist: Du solltest für wichtige Online-Dienste immer unterschiedliche Passwörter verwenden und diese auch regelmäßig ändern! Stell dir vor, jemand hätte deine E-Mail-Adresse inklusive zugehörigem Passwort und wie viele Konten damit geknackt könnte. Das Passwort deines E-Mail-Accounts solltest du daher auf keinen Fall für andere Konten nutzen!

Tipp 2: Updates:
Digitale Systeme, wie Betriebssysteme, Apps oder Browser werden immer weiter verbessert – auch was ihre Sicherheit angeht. Schiebe Updates daher nicht auf, sondern bring deine Systeme auf den neusten Stand. Gleiches gilt für Anti-Viren-Programme. Nur upgedatete Programme können die neusten bekannten Schadprogramme finden.

Tipp 3: Sei kritisch:
Öffne nichts, was du nichts kennst. Das gilt beispielsweise für E-Mails, Anhänge und Links. Vor allem die Aufforderung zur Angabe persönlicher Daten sollte dich kritisch machen. Seriöse Anbieter kennen diese Tricks und würden daher nie in solcher Form nach deinen Daten fragen. Ebenfalls helfen kann ein Blick auf die URL oder die genaue E-Mail-Adresse. Außerdem solltest du Login-Daten bestenfalls nicht digital verschicken. Wenn es nicht anders geht, kannst du das Risiko mindern, indem du für Benutzername und Passwort unterschiedliche Nachrichten oder sogar unterschiedliche Nachrichtendienste verwendest. In sozialen Medien solltest du weiterhin nicht zu viel Persönliches preisgeben, da dies das Erstellen von Fake-Profilen deutlich vereinfacht.

Tipp 4: Internet-Rechtsschutz:
Eine Rechtsschutzversicherung kann dich vor Schäden schützen. Der Baustein „Internet-Rechtsschutz“ versichert dir Unterstützung und Beratung bei Identitätsdiebstahl, aber auch bei Cybermobbing, Urheberrechtsverletzungen und Streitigkeiten, die aus online abgeschlossenen Verträgen resultieren. Der Versicherer zahlt im Schadensfall für die Beseitigung von Beiträgen im Internet, Anwaltsrechnungen und Vermögensschäden (Kosten nicht gelieferter Artikel).

Das solltest du tun, wenn du einen Datendiebstahl bemerkst:

Lege eine neue E-Mail-Adresse und damit neue Passwörter für alle wichtigen Accounts an. Hast du Angst, dass auch deine Bankdaten oder Zahlungsdienste betroffen sein könnten, solltest du unbedingt deine Bank informieren.

Hast du eine Internet-Rechtsschutzversicherung, solltest du diese unbedingt kontaktieren. Sie berät dich ausführlich und hilft dir die entstandenen Schäden zu begleichen.

Wenn du mehr über die Möglichkeiten und Vertragsbedingungen eines Internet-Rechtsschutzes wissen möchtest, helfen dir unsere Versicherungsexperten gerne.